Bildungspolitik

Als mein Sohn 1993 zur Schule kam, begann ich mich genauer mit der Bildungspolitik zu befassen, ein Thema, das mich bis heute nicht losgelassen hat. Die letzten 20 Jahre waren stürmisch. Ich vermute, dass auch die nächsten 20 Jahre nicht viel ruhiger werden.

Nach wie vor stehen wir vor großen bildungspolitischen Aufgaben in Hamburg.Die größte, und eigentlich immerwährende, ist die, Chancengleichheit herzustellen. Es ist nicht hinzunehmen, dass das Elternhaus, oder genauer gesagt, die soziale und ethnische Herkunft einen größeren Einfluss auf die Bildungsbiografie unserer Kinder hat als ihre schulische Leistungen und Bildungsanstrengungen.

Um dies zu ändern, begann ich mich in verschiedenen Gremien ehrenamtlich als Elternvertreterin zu engagieren. Bis heute habe ich gerne viel Zeit und Kraft in das bildungspolitische Engagement investiert, um am Ende zu sehen, dass sich etwas zum Guten wandelt an den Schulen in Hamburg.

Seit 2001 arbeite ich mit in der Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD (AfB). Seit vielen Jahren bin ich stellvertretende Vorsitzende der Hamburger AfB.

Im Mai 2014 bin ich in den Bundesvorstand der AfB gewählt worden, nachdem ich rund 10 Jahre lang bereits im Bundesausschuss mitgearbeitet hatte.

In den vergangenen 4 Legislaturperioden bin ich jeweils von der Bürgerschaft auf Vorschlag der SPD Fraktion in die Deputation der Bildungsbehörde gewählt worden. Seit 2004 bin ich Sprecherin der SPD-Deputierten. In dieser Funktion arbeite ich ebenfalls seit 2004 im Arbeitskreis Schule der SPD-Bürgerschaftsfraktion mit und habe aus dieser Innenperspektive die parlamentarische Arbeit bereits intensiv kennen gelernt. Nun möchte ich Politik aktiv auf Seiten der Bürgerschaft betreiben, um an der Verwirklichung der Ziele mitzuwirken.

Bildungspolitisch haben wir in der vergangenen Legislaturperiode vieles auf den Weg gebracht: Zu nennen wären hier beispielsweise das Inklusionskonzept, neue Bildungspläne, der Ausbau der Ganztagsangebote und ein umfassendes Bauprogramm für Hamburgs Schulen.

Für mich heißt es weiter daran zu arbeiten, denn mit dem Erreichten gebe ich mich nicht zufrieden.

Einige wichtige Aufgaben und Themenfelder möchte ich hier nennen, an denen es gilt in der kommenden Legislaturperiode weiterzuarbeiten:

Wir müssen noch individuellere Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder von Anfang an schaffen, denn die frühkindliche Bildung legt das Fundament für den weiteren  Bildungserfolg.

Wir brauchen bestmögliche, individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler in Schulen, die alle Kinder mitnehmen.

Unsere Lehrerinnen und Lehrer müssen für die Herausforderungen unserer Zeit aus- und fortgebildet werden. Sie müssen in die Lage versetzt werden, diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Dazu zählen auch die äußeren Rahmenbedingungen.

Wir brauchen gute Schulen, in denen guter Unterricht gemacht wird.

Die Schule muss unsere Kinder bestmöglich auf das Leben vorbereiten, dazu gehören Orientierungswissen genauso wie fachliche, soziale und gesellschaftliche Kompetenzen.

Den Übergang der jungen Leute in ihren Beruf müssen wir unterstützen. Niemand darf zurück bleiben!

Gute Schulen führen alle jungen Menschen zu einem Schulabschuss. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, wurde in der vergangenen Legislaturperiode deutlich gesenkt. Sie muss weiter reduziert werden!

Eine kontinuierliche Berufsorientierung in der Mittelstufe ist genauso wichtig wie politische Bildung und der Umgang mit den neuen, digitalen Medien, um hier nur einige wenige Schlagwörter zu nennen.

Wir müssen weitere qualifizierte Ganztagsangebote bereitstellen, dort, wo sie von Eltern nachgefragt werden.

Wir wollen die Stadtteilschule weiter stärken und sie als Weg zum möglichen Abitur attraktiv auch für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler machen.

Auch unsere Gymnasien sind bei Hamburgs Eltern und Kindern beliebt. Mehr als die Hälfte der Fünftklässler werden am Gymnasium angemeldet. Diesen Schülerinnen und Schülern müssen wir gute Bedingungen zum Lernen bieten. Dazu zählen klare Regelungen zu Klausuren, Hausaufgaben und Stundenpläne und ein rhythmisierter Schulalltag. Darum befürworte ich den weiteren Ausbau der Gymnasien zu Ganztagsschulen.

Lebenslanges Lernen wollen wir durch Weiterbildungsangebote fördern, dazu gehört auch die Möglichkeit, den Schulabschluss im Erwachsenenalter nachzuholen. Längst nicht alle Neuhamburger hatten in ihrem Herkunftsland die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erwerben, mit dem sie in Hamburg eine Ausbildung beginnen können. Ihnen bieten wir damit eine Perspektive, genauso wie vielen Hamburgern, die den Schulabschluss im ersten Anlauf nicht erworben haben.

Aber auch die berufliche Weiterbildung muss uns wichtig sein, um dem heraufziehenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Kleine und mittlere Unternehmen haben eine besondere Verantwortung. Mit ihnen gemeinsam müssen wir an dieser Stelle weiterarbeiten.

Das Meister-Bafög ist ein Baustein, den wir weiter ausbauen wollen.